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Exzerpt File #3

Zuletzt sah man unsere Helden an einer auch an Mittag düster wirkenden Kreuzung mitten im Ganggebiet Pullayups aus ihrem Wagen steigen. Was wollten sie dort? Und sollte dieser kleine, unbedeutende Magier wirklich bei der Aktion weiter dabeisein? Eine Entscheidung mußte gefällt werden.....

Ratlos sahen die Runner zuerst den Doc, dann einander an und als dieser auch erst mal mit den Achseln zuckte, war man keinen Schritt weiter. So viele Dinge waren noch unklar...

"Und vergeßt den Kleinen nicht. Was soll mit ihm geschehen?"

Hudson sah sich verstört um:

"Ich? Was? Wer?"

Erdblut beruhigte ihn:

"Ich glaube er meint Peter. Sein Schwert hat er ja zurück. Was nun?"

Jesse kaute grinsend, doch trotzdem irgendwie ernst, auf einem kalten, unappetitlich braunen Zigarrenstummel herum und starrte mehr als irritiert in die umliegende Umgebung. Er rechnete wohl schon mit Scharfschützen in den Wohnungen gegenüber. Einen Agenblick später meint er fast beiläufig:

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert, aber damit einer funktionieren kann, braucht man auch erst einmal soetwas wie einen Plan. Die Geschichte hier wirkt übel, Doc. Wir sollten unsere inoffizielle Verabredung mit der hübschen Killerin auf Montag Abend verschieben!? Bis dahin ist mir auch eingefallen, wie ich mir unsere Absicherung hier vorstelle und wo wir am meisten Deckung haben!"

Erneut nahm Blue die Wohnbarracken in Augenschein und verabschiedete sich dann fast beiläufig von seinem Tabakstummel. Braunes, gepreßt zusammengerolltes Papier findet im freien Fall einen Weg auf den nassen Asphalt und verschmilzt halb mit dem schroffen Stein. Ein schrillquietschendes Geräusch in Kakophonie mit einem überzüchtet hochtourigen Motorheulen kündet den Helden an, daß es in unmittelbarer Nähe ein Individuum sehr eilig haben muß.

Wieder blickt Jesse in die elitäre Runde der Spezialisten, meidet aber absichtlich das Gesichtsfeld des "kleinen" Zauberers um ihm sehr betont bewußt zu machen, daß seine Meinung hier völlig unwichtig ist.

"Es bleibt also bei Montag?"

Hudson kraulte sich nachdenklich mit seiner rechten Hand unter dem Kinn. Seine Stirn war schon eine ganze Weile in Falten. Auch ihm als Einbruchsspezialisten war die ganze Sache wohl nicht ganz koscher hier:

"Okay, von meiner Seite her brauchen wir nichts zu überhasten. Schnell sein ist gut in unserem Metier, aber zu schnell bedeutet zu schnell tot - und wie ihr sicher schon vermutet habt, liebe ich das Leben!"

Nach diesen Worten zeichnete sich auf Hudsons Gesicht ein Lächeln ab. Der Doc nickte nur stumm und drehte sich dann wortlos in Richtung des Wagens um. Offensichtlich hatte er schon völlig abgeschaltet, wie das klickende Öffnungsgeräusch seines Notebooks verriet.

Resigniert blickte der Magier in die Runde der Verbleibenden, dann entfernte auch er sich langsam und grußlos von der Gruppe und verschwand in einer Gasse. Hudson hatte angefangen, mit irgendwas zwischen seinen Fingern zu spielen. Einige Augenblicke später bewunderte Jesse den Papiertiger, der aus einem kleinen Kaugummipapier entstanden war...

"Der Kleine hat mich sowieso genervt, mit seinem Getue, hätten wir ihn nicht gleich unschädlich machen können?"

"Tja, Hudson. Offensichtlich steckt in ihm doch mehr, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde! Zumindest glaube ich, daß wir uns auf das Urteil vom Doc verlassen können. Man wird sehen, wozu der Magier nützlich sein wird."

Jesse warf Hudson noch einen bedeutungsschwangeren Blick zu, dann drehten beide dem Schauplatz den Rücken zu und stiegen in das Auto ein. Zuvor wurde der Tiger beiläufig auf der Motorhaube des Wagens abgestellt; dort würde er noch für ein paar Sekunden stumm die Szene betrachten, bis die Helden sich mit einem Aufheulen des Motors aus dem Blickfeld des Betrachters verabschiedet hätten.

Letztenendes landete das zarte Figürchen vom kalten Stadtwind getragen in einem Gully und wurde in der Kanalisation fortgetragen...

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